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Gedenkstättenfahrt 2026: Viele Grüße aus Oświęcim!

Zu Beginn unserer Gedenkstättenfahrt besuchten wir das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz. Die erste Führung führte uns durch das Stammlager Auschwitz I. In mehreren Ausstellungen wurden wir mit dem ungeheuren Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen konfrontiert. Zahlreiche Fotos, Gemälde und Alltagsgegenstände ließen das unvorstellbare Leid der unzähligen Opfer erahnen und machten deutlich, welche unmenschlichen Schicksale sich hier abgespielt haben.
Nach einem kurzen Bustransfer erreichten wir Auschwitz-Birkenau, den weitaus größeren Teil des ehemaligen Lagerkomplexes. Noch heute stehen dort viele der Baracken auf einem Gelände, das etwa der Größe von 244 Fußballfeldern entspricht. Besonders eindrücklich war für uns die sogenannte „Rampe“, an der die Deportationszüge ankamen. Dort fand die Selektion statt: Die meisten älteren Menschen, Frauen und Kinder, die als arbeitsunfähig eingestuft wurden, wurden noch am selben Tag in den Gaskammern ermordet. Die Weite des Geländes mit seinen Baracken, dem Geröll und den endlosen Stacheldrahtzäunen wirkte auf uns bedrückend und machte das unfassbare Ausmaß dieses Ortes greifbar.
Am Abend kamen wir zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde zusammen, um unsere vielfältigen Eindrücke und Gedanken zu teilen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Besuche an Gedenkstätten sind. Sie erinnern uns daran, Verantwortung zu übernehmen, Geschichte nicht zu vergessen und uns mit den Folgen von Ausgrenzung und Menschenverachtung auseinanderzusetzen. Gemeinsam sprachen wir darüber, ob Moral angeboren ist oder erlernt wird, wie sehr unser Handeln von gesellschaftlichen Erwartungen beeinflusst wird und welche Verantwortung jede und jeder Einzelne trägt. Auch der zunehmende Rechtsruck in Deutschland und die Frage, welche Parallelen sich zu historischen Entwicklungen erkennen lassen, beschäftigten uns. Gerade deshalb wurde uns bewusst, dass Erinnerung nicht nur den Blick in die Vergangenheit bedeutet, sondern immer auch eine Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft ist.

Im Rahmen unserer Gedenkstättenfahrt traf unsere Gruppe in Krakau mit der Zeitzeugin Monika Goldwasser zusammen. In eindrucksvoller Weise berichtete sie aus ihrem Leben und schilderte ihre Erfahrungen als Verfolgte des Nationalsozialismus. Sie erzählte von ihrer Kindheit, den erlebten Ausgrenzungen und dem Leid, das sie und ihre Familie erfahren mussten. So retteten ihre leibliche, jüdische Eltern ihr das Leben, indem sie Monika als sieben Monate altes Baby in ein Kloster gaben. Zur Deportation am Bahnhof nahmen sie stattdessen eine Strohpuppe mit, die Monikas Mutter mit Kinderkleidung anzogen. Wo Monikas leibliche Eltern ermordet wurden, konnte sie bis heute nicht genau feststellen.
Aufgewachsen ist sie dann in einer polnischen Familie, die sie aus dem Kloster holten und als eigenes Kind großzogen, stets mit dem Wissen, dass ihre Hilfe sie das Leben kostet konnte. Monika Goldwasser erfuhr erst als junge Frau über ihr Schicksal. In ihrem Vortrag betonte sie ausdrücklich, dass sie in ihrem Leben zwei Mütter hatte
Im anschließenden Gespräch hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dabei zeigten sie großes Interesse und stellten sowohl persönliche als auch historische Fragen. Die Begegnung mit Monika Goldwasser machte deutlich, wie wichtig Zeitzeugengespräche für das Verständnis der Geschichte und für die heutige Generation sind.

Daniel Wlotzka und Karin Fiedler

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