Allgemeine Informationen

Die Erprobungsstufe am Pestalozzi-Gymnasium

Allgemeine Hinweise zu den Klassen 5 und 6

Die Klassen 5 und 6 bilden eine pädagogische Einheit, die drei wichtige Aufgaben hat:

  • Anknüpfung an die Lernerfahrungen, Arbeitsweisen und Arbeitsergebnisse der Grundschule
  • Heranführung an die Unterrichtsmethoden, Arbeitsweisen sowie Lernangebote des Gymnasiums
  • Bildung einer für alle SchülerInnen positiven sozialen Klassengemeinschaft

Die Erprobungsstufe dient der Beobachtung und Erprobung der Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten und vor allem der individuellen Förderung des einzelnen Kindes. Sie soll die Entscheidung über seine Eignung für die Schulform Gymnasium sicherer machen.

Deshalb finden neben Teambesprechungen insgesamt sechs Klassenkonferenzen während des Zeitraums der Erprobungsstufe statt, an denen alle in der jeweiligen Klasse unterrichtenden Lehrer-Innen teilnehmen, um über die Entwicklung jedes einzelnen Schülers, etwaige Schwierigkeiten, deren Ursachen sowie Wege zu ihrer Überwindung beraten.

Als weitere Unterstützung bei der Arbeit in der Erprobungsstufe ist in Herne der sogenannte LehrerInnensprechtag eingeführt worden. Hier treffen sich die KlassenlehrerInnen der 5. Klassen mit den ehemaligen KlassenlehrerInnen der Kinder aus den Grundschulen, die uns oft bei der Einschätzung und dem Verständnis der neuen SchülerInnen helfen können. Die Erprobungsstufenkonferenzen helfen den Klassenlehrern auch, Eltern individuell zu beraten.

Die LehrerInnen der Erprobungsstufe

Besonders wichtig ist uns die Auswahl eines gut zusammenarbeitenden LehrerInnenteams in den Klassen 5 und 6. Die KollegInnen erteilen kontinuierlich während des Zeitraums der Erprobungsstufe – wenn möglich – in zwei Fächern in einer Klasse Unterricht. Damit wird den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen, die in dieser Altersstufe noch eine enge Lehrer-Schüler Beziehung suchen. Die LehrerInnen ihrerseits lernen die SchülerInnen intensiver kennen und können ihre Entwicklung am Ende der Klasse 6 besser beurteilen.

Ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit der KlassenlehrerInnen ist es, mögliche Übergangsschwierigkeiten zu erkennen und aufzufangen und eine Klassengemeinschaft aus den verschiedenen Grundschulgruppen auf der Basis unserer Sozialcharta aufzubauen. Gemeinsam mit den übrigen KollegInnen werden so Lernvoraussetzungen und soziale Kompetenzen als Basis für die weitere Schullaufbahn in den Klassen 7-9 der Sekundarstufe I geschaffen.

Die Vorarbeit

Die erste Möglichkeit unsere Schule von innen zu erleben

Ganz neu haben wir einen „English-Workshop“ eingerichtet, der an einem Samstagvormittag Ende Oktober oder Anfang November (je nach Herbstferientermin) stattfindet und über einen relativ spielerischen Zugang einen Einblick in den Englischunterricht geben soll.

Der „Schnupper- und Informationstag“ im November

Wir laden GrundschülerInnen und deren Eltern zu einem unterhaltsamen und informativen ersten Kennen lernen unserer Schule ein.

Wir bieten:

  • Einblicke in den Unterricht der Klassen 5 und 6
  • Führungen durch das Schulgebäude und unsere Fachräume
  • Informationen über die Schulform Gymnasium allgemein, den bilingualen Zweig, den musikpädagogischen Schwerpunkt, die Streit-schlichterarbeit, die Übermittagsbetreuung, das Patensystem, das Förderprogramm …
  • Präsentationen der Musikgruppen sowie weiterer AG’s am Pestalozzi-Gymnasium

Der Elterninformationstag im Januar

Für Eltern, die z.B. zum Schnuppertag im November nicht kommen konnten oder individuellere Fragen haben, findet Mitte Januar ein Informationsabend statt, auf dem je nach Elterninteresse die Schwerpunkte unserer Schule vorgestellt und eräutert werden.

Der ,,Begrüßungsnachmittag“ im Juni/Juli

Wir laden kurz vor den Sommerferien alle angemeldeten SchülerInnen und ihre Eltern in das Pestalozzi-Gymnasium ein.

  • Künftige MitschülerInnen begrüßen die Neuen z.B. mit Darbietungen der Musikgruppen
  • Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer stellen sich den neuen Fünftklässlern und –klässlerinnen vor.
  • Die „Neuen“ lernen ihre „Paten“ kennen, d.h. SchülerInnen höherer Klassen, die sie am Anfang ihrer Schulzeit am Pestalozzi-Gymnasium betreuen werden.

Der Beginn – Die Einführungswoche

  • In der ersten Woche betreut jeden Vormittag von etwa 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr die Klassenleitung die SchülerInnen, ohne den sonst üblichen Stundenplan. Statt dessen sind folgende Aktivitäten geplant:
  • SchülerInnen und KlassenLehrerInnen lernen sich spielerisch im Rahmen eines ersten Schrittes unseres Programms zum sozialen Lernen kennen
  • SchülerInnen erkunden mit Hilfe ihres/r Klassenlehrers/-lehrerin die Schule in einer Schulrallye
  • Unterricht findet in den Kernfächern von Freitag bis Montag jeweils zwei Stunden lang statt
  • FachlehrerInnen der Klasse stellen sich und ihr Fach im Laufe der Woche vor
  • Den Abschluss der ersten Woche bildet ein gemeinsamer Ausflug aller Klassen 5

Die weitere Arbeit in der Erprobungsstufe

Ab der zweiten, d.h. der ersten „richtigen“ Arbeitswoche am Pestalozzi-Gymnasium werden die SchülerInnen allmählich an neue Lerninhalte und Arbeitsformen herangeführt. Als Basis für eigenständiges Lernen während der gesamten Schulzeit wurde „Lernen lernen“ als ein Schwerpunkt in der seit 2016/17 stattfindenden Lernzeit eingeführt. Hier sollen Kinder nicht nur verstehen, dass z.B. die Organisation des Arbeitsplatzes eine wichtige Lernvoraussetzung ist, sondern auch ihren individuellen Lerntyp erkennen und unterschiedliche Lern- und Gedächtnisstrategien sowie Arbeitsmethoden erproben. Auch eine erste Einführung mit dem Textverarbeitungsprogramm „Word“ findet in Klasse 5 statt.

Grundschulwissen wird erfragt und allmählich angeglichen. Im Englischunterricht dienen die ersten Wochen einer Diagnose der individuellen Kenntnisse und einem schonenden Übergang zu den für das Gymnasium erforderlichen anderen Lernmethoden des Faches. Eine Angleichung der unterschiedlichen Voraussetzungen je nach Grundschule ist meist innerhalb von vier Wochen möglich.

Zusätzliche Angebote wie Hausaufgabenhilfe durch ältere SchülerInnen und das PatInnensystem können diese Phase des Übergangs unterstützen.

Wichtig in allen Phasen der Erprobungsstufe ist der Dialog der KollegInnen in der jeweiligen Klasse und Jahrgangsstufe und ihre Kooperation in pädagogischen, fachlichen und organisatorischen Angelegenheiten, wie z.B. bei den Hausaufgaben (als Hilfe bekommen alle Kinder einen Timer, in dem sie die Hausaufgaben eintragen, den auch die Eltern regelmäßig zur Hand nehmen sollen) oder der Verteilung der Klassenarbeiten. Genauso wichtig ist uns der Gesprächskontakt zu den Eltern nicht nur bei Lernschwierigkeiten, sondern vor allem auch bei sozialen Problemen der Kinder innerhalb der Klassengemeinschaft. Wir wünschen uns aber auch, dass Eltern uns über private Probleme der Kinder informieren, damit wir auf die Kinder angemessen eingehen können.

Immer bedeutender wird unsere Aufgabe, bereits in der Erprobungsstufe ein gesundes Sozialklima als Basis einer guten Lernatmosphäre zu schaffen, die im Laufe der Schulzeit in verschiedenen Klassenstufen systematisch wieder aufgegriffen wird. Eine Hilfe in diesem Zusammenhang soll die Erweiterung des Patensystems sein. Ab dem Schuljahr 2005/2006 gibt es für jede 5. Klasse ein PatInnenteam, das sich regelmäßig trifft und einen „Betreuungsplan“ für seine jeweilige Klasse erarbeitet. Mindestens einmal pro Woche wird ein Pate/eine Patin sich nach Problemen in der Klasse erkundigen und eventuell Hilfe bei Lernproblemen, bei Problemen mit LehrerInnen oder Konflikten innerhalb der Klasse anbieten. Eine Untergruppe des PatInnenteams wird sich möglichst zu Streitschlichtern/schlichterinnen ausbilden lassen, um „professionell“ Konflikte der Kinder untereinander möglichst frühzeitig lösen zu können. Wichtig ist, dass die Kinder hierdurch neben ihren LehrerInnen weitere Vertrauenspersonen als Ansprechpartner/innen erhalten sollen. Für Kinder mit besonderem Förderschwerpunkt gibt es ein zusätzliches Team von InklusionspatInnen.

Die Erprobungsstufe hat mit der Einführung von G8 noch an Bedeutung gewonnen und stellt an Kinder, Eltern und LehrerInnen nicht nur durch die Fortsetzung des Englischunterrichts neue Anforderungen, sondern auch durch die frühere Wahl der 2. Fremdsprache ab Klasse 6.

Gemeinsam müssen wir die Fähigkeiten der Kinder jetzt bereits nach der 5. Klasse möglichst sicher einschätzen können, um die Wahl der 2. Fremdsprache im Sinne der Kinder mit ihren Eltern zu treffen. Das bedeutet, dass die Kooperation zwischen den LehrerInnen der Klasse und zwischen Schule und Elternhaus noch intensiver erfolgen muss als bisher.

Auch die individuelle Förderung stellt gerade beim Übergang von der Grundschule zum Gymnasium eine besondere Herausforderung dar. Hier können (und müssen) uns Eltern ganz erheblich unterstützen, denn von uns beobachte v.a. fachspezifische Probleme sind oft eher zu beheben, wenn wir gemeinsam mit Eltern eine Diagnose möglicher Ursachen erstellen.

Die Klassenfahrt

Gegen Ende der 5. Klasse oder relativ zu Beginn von Klasse 6 fährt jede Klasse zwischen 3 und 5 Tage in eine Einrichtung, die nicht mehr als 150 Kilometer entfernt sein soll. Über das Ziel und die Dauer diskutieren Eltern auf einer Elternpflegschaftssitzung im Rahmen der Vorschläge der Klassenlehrerin/ des Klassenlehrers. Die Teilnahme ist verpflichtend, da es sich um ein Schulveranstaltung handelt.

Auch diese Fahrt dient vor allem der Förderung des Gemeinschaftsgefühls, inzwischen werden von den meisten Lehrern Einrichtungen mit einem entsprechenden Programm gewählt, das vom Reiten über Klettern, zu Spielprogrammen geht. Natürlich können Lehrer auch ohne professionelle Unterstützung das Gemeinschaftsgefühl und das Hinleiten zu einem Arbeiten für alle gewährleisten.

Für manche Kinder ist es die erste Trennung vom Elternhaus, Heimweh ist erlaubt und bisher immer erfolgreich „behandelt“ worden. Nach der Rückkehr kann man die Veränderung im Klassenklima immer wieder beobachten.

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