Schule für Eltern

Schule für Eltern

Informationsabend für Eltern zum Thema „Smartphones bei Kindern und Jugendlichen“

Am Montag den 08 September 2014 stand für die Schülerinnnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 9 des Pestalozzi-Gymnasium Herne mal nicht Mathe, Deutsch oder Englisch auf dem Stundenplan, sondern Medienkompetenz. Fabian Sauer von dem studentischen Startup „mecodia“ aus Baden-Württemberg erklärte den Jugendlichen viele wichtige Dinge im Umgang mit dem Internet und verschiedenen Internetdiensten wie Facebook, Whatsapp & co.

Am Abend des 08. September 2014 konnten sich interessierte Eltern einen Vortrag zum Thema „Smartphones bei Kindern und Jugendlichen“ von den Initiative Eltern + Medien anhören. Hier ging es einerseits um vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Smartphones, andererseits aber auch um problematische Nutzung, beispielsweise zur Verbreitung von Gewaltvideos oder Cyber Mobbing.

Die Dozentin Daria Stofflich stellte verschiedene mögliche Handyvereinbarungen vor, die Eltern mit ihren Kindern treffen könnten und sollten. Außerdem thematisierte sie die Messenger App WhatsApp und stellte auch Alternativen wie die recht neue Anwendung SimsMe von der Deutschen Post vor.

Nach dem Vortrag folgte eine Gesprächs- und Diskussionsrunde, in der es unter anderem darum ging, wie man die Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen zeitlich beschränken könne und dass Medienkompetenz ein wichtiges Thema sei, das vor allem in Schulen nicht unter den Tisch fallen sollte.

Links für interessierte Eltern

Auswahlseite geeigneter Apps für Kinder bis 12 Jahre: www.gute-apps-fuer-kinder.de
Auswahlseite geeigneter Apps für Jugendliche: www.handysektor.de
Informationen und Tipps für Eltern zum Umgang mit Medienerziehung: schau-hin.info
Informationsmaterial in Bezug auf den Umgang mit Medien: www.medien-knigge.de

Informationsabend für Eltern zum Thema legale und illegale Suchtmittel

Mir ist lieber er/sie trinkt ab und zu ein Bier als…

Seit fünf Jahren lädt das Pestalozzi-Gymnasium Eltern jährlich zu einer Informationsveranstaltung der Schule ein. „Schule für Eltern“ nennt sich dieses Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Eltern über wichtige Themen zu informieren, um sie in ihrer Erziehungsarbeit zu unterstützen und zu stärken. Finanziell getragen wird diese Informationsreihe durch den Förderverein der Schule.

Am 30.09. 2013 stand das Thema „Drogen – illegale und legale Suchtmittel“ auf dem Programm.

Mit dem flotten Spruch „Mir ist lieber er/sie trinkt ab und zu ein Bier …“ eröffnete Herr Bannasch, Psychologe und seit Jahren in der Suchttherapie beschäftigt, provokativ den Abend, um im zweiten Satz gleich alle Hoffnungen auf die Harmlosigkeit von Alkohol zunichte zu machen. Jede/r der ca. fünfzig Anwesenden konnte, wer wollte, einen Blick durch die „Suchtbrille“ nehmen, die – von der Universität entwickelt – das Sehvermögen bei einer gewissen Promilleanzahl simuliert. Schon mit 0,8 Promille eröffnete sich den Testpersonen eine äußerst eingeschränkte Sicht. Dessen sei sich der normale Trinker überhaupt nicht bewusst, da sich das Sehvermögen schleichend bzw. sukzessive verändere, sodass die betroffene Person der Ansicht sei, keine spürbaren Defizite durch den Alkoholkonsum zu erfahren, erläuterte Herr Bannasch.

Mit der These, es gebe keine besseren oder schlechteren Suchtmittel, legal oder illegal, leitete der Referent zu den Mechanismen über, die vom sporadischen Konsum zur Abhängigkeit führen können. Anhand einer Pyramide zeigte er dem interessierten Publikum auf, wie aus der ersten Stufe der Neugierde erst durch das Durchlaufen weiterer Phasen wie dem Ausprobieren, dem Konsum, der Gewohnheit, dem Missbrauch letztlich die Stufe der Abhängig­keit erfolge. Die Gefahr ergebe sich nicht im Konsum an sich, sondern im speziellen Gruppenerlebnis, das als solches eine besondere Stellung erhalte oder wenn der Griff zur Flasche sich ritualisiere oder wenn bei auftauchenden Problemen bewusst Suchtmittel eingesetzt werden.

Elternschule

Das seien sicherlich ernstzunehmende Signale für die Vorstufe einer Abhängigkeit. Problematisch sei, so Bannasch, dass man die Stufen der oben erwähnten Pyramide nicht rückwärts gehen könne.Wer oben angekommen sei, brauche kompetente Hilfe. In diesem Zusammenhang stellte der Psychologe den Eltern verschiedene Beratungsstellen und Anlaufstellen vor, bei denen man sich Hilfe holen kann.

Um es aber gar nicht so weit kommen zu lassen, riet er den Eltern ihren Kindern Alternativen anzubieten, auf den Freundeskreis der Kinder zu achten, regelmäßige Gesprächsmöglichkei­ten (z.B. beim Essen) zu initiieren und sich sachkundig zu machen.

Letzteres bediente Herr Bannasch an diesem Abend in ausreichendem Maße. So erfuhren die Eltern des Pestalozzi-Gymnasiums, dass Shisharauchen keine gefahrlose Sache sei, wie Kinder es gern ihren Eltern weismachen wollen. Es handele sich auch bei der Shisha um Rau­chen und damit seien alle negativen Konsequenzen verbunden, die auch durch das normale Zigarettenrauchen erfolgen würden. Einige Eltern waren überrascht, dass Shisharauchen genauso wie das Zigarettenrauchen erst ab 18 Jahren gestattet ist. Viele kannten nur ungenügend das Aussehen einer „Bong“ oder einer „Shishapfeife“. Diesen Eltern riet Herr Bannasch sich doch einmal in einen entsprechenden Fachhandel zu begeben und sich dort vor Ort mit den Gerätschaften auseinanderzusetzen, um die eigenen Kinder sachlich richtig informieren zu können.

Allein der Tabak, der bei diesen Wasserpfeifen verwendet werde, so der Suchtberater, weise häufig diffuse Inhaltsstoffe auf, die auf Grund arabischer oder kyrillischer Schrift nicht einmal zu lesen seien.

Danach wandte sich der Referent weniger bekannten Stoffen zu. Er machte die Eltern mit halluzinogenen Pilzen oder verbotenen Suchtmittel „Spice“ vertraut. Des Weiteren in­formierte er über den oft als weniger gefährlich eingestuften Konsum von Cannabis im Ver­gleich zu Alkohol. Auch wenn Alkoholmissbrauch sicherlich gesamtgesellschaftlich das größere Problem darstelle, ca. 2,5 bis 3 Millionen Menschen seien abhängig, so dürfe man den Umgang mit Hanf nicht unterschätzen, führte der Therapeut aus. Mittlerweile sei der Can­nabisstoff oft so rein und intensiv, dass die Auswirkungen heute andere als vor zwanzig Jahren seien. Nicht selten müsse er Jugendliche mit einer ausgeprägten Psychose auf Grund von Haschischkonsum einweisen. Dennoch gebe es auch hierzu noch Steigerungen. Was er dann den Eltern zu dem wieder erstarkten Gebrauch von LSD-Präparaten erzählte, ließ viele wirk­lich betroffen zurück. Ebenso erschüttert zeigten sich die Eltern angesichts der Auswirkungen durch Schnüffeln – häufig von Feuerzeuggas, was nicht nur zur Verätzung der Atemwege, sondern auch zu irreversiblen Hirnschädigungen führe.

Dass der Umgang mit Suchtmitteln, seien es legale oder illegale, auf keinen Fall als unbedenklich gesehen werden sollte, machte dieser Abend nachdrücklich klar.

Maike Verwey

Elternschule 2

Herr Bannasch hat freundlicherweise der Veröffentlichung einer Seite seiner Power-Point Präsentation zugestimmt, auf der betroffene und interessierte Eltern Adressen zur Hilfe in Krisensituationen finden können.

Da einige Eltern auch über den Gebrauch von Wasserpfeifen informiert werden wollten, hier der entsprechende Flyer:

Vorsicht Wasserpfeife

Medienerziehung

Die 2. und 3. Veranstaltung aus unserer Reihe „Schule für Eltern“, innerhalb derer wir interessierte Eltern einladen, sich qualifiziert zu spezifischen Problemen ihrer Kinder informieren zu lassen, beschäftigte sich mit dem Thema „Medienerziehung“.

In den letzten 15 Jahren haben sich unsere Medienlandschaft und damit unser Verhalten erstaunlich verändert. Nicht nur, dass man an fast jedem Ort der Welt telefonieren kann, man kann auch gleichzeitig Musik hören, fotografieren und im Internet surfen.

Das sei die Welt unserer Kinder, referierte Psychologe und Medienexperte Dr. Frank Schulte
(hier mit den typischen Medien unserer Zeit) und stellte die zentrale Frage: „Möchten wir, dass unsere Kinder und Jugendlichen auf dieser Medienwelle surfen, oder dass sie die Luft anhalten?“ Diese Frage richtete sich an interessierte Eltern, die im Rahmen der Reihe „Schule für Eltern“ am Pestalozzi-Gymnasium eingeladen waren, sich über das Thema Medienerziehung zu informieren.

Gleich zu Beginn machte der Dozent der Uni Duisburg-Essen klar, dass dieser Prozess der Medienentwicklung nicht umkehrbar und es daher ratsam sei, sich mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Er sprach von „Herausforderungen“ gerichtet an die Eltern, um diese zu motivieren, sich mit Dingen wie facebook, Schüler-VZ, Chattersprache, Handyfunktionen, Computersucht aktiv zu beschäftigen. In einem mit vielfältigen Informationen aus gesicherten Untersuchungen und Studien angereicherten Vortrag wusste Dr. Schulte in kurzweiligen 90 Minuten seine Zuhörer über die Gefahren der Internetwelt, wie den Umgang mit eigenen Daten, ungesicherte Identitäten, Urheberrecht etc. ins Bild zu setzen. Er wies auf die komplexen Funktionen eines Handys der neueren Generation hin, dass den Jugendlichen ungeahnte Möglichkeiten offeriere, von filmen, über Musik hören bis zu fernsehen und Computerspiele spielen. Bei Letzterem widmete er sich noch besonders den Gefahren der Computerspielsucht und welche Warnsignale man beachten sollte. „Wobei nicht Medien allein süchtig machen, sondern süchtig macht: fehlende Anerkennung.“

All das seien Herausforderungen, denen Eltern sich stellen könnten, wobei es jedem natürlich selbst überlassen bleibe, mit welcher Intensität er dies tue. Der Psychologe allerdings sieht nur einen Weg aus der Gefahrenzone: Medienkompetenz. Das sei der einzige Schutz vor möglichen Auswirkungen und dazu müsse eine frühe Medienerziehung stattfinden. Bestenfalls schon im Kindesalter. Letztlich seien wir als Erwachsene immer auch Vorbilder.

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Seinen anekdotenreichen Vortrag, gespickt mit Begebenheiten aus der eigenen Familienwirklichkeit, beschloss der Dozent mit zehn hilfreichen Tipps an die Eltern und dem Appell, sich für die Spiele, Aktivitäten im Netz, Umgang mit Daten bei den eigenen Kinder zu interessieren und zu informieren, um mit ihnen gemeinsam den Gefahren zu trotzen.

Hilfe! Mobbing! – Was können wir als Eltern tun?

So lautete der Titel der ersten Veranstaltung einer Informationsreihe zum Thema „Schule für Eltern“.

Dass nur eine enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule den Kindern helfen kann, den ganz alltäglichen Schulstress zu bewältigen und sich sowohl in ihrem Lernverhalten als auch im sozialen Verhalten positiv entwickeln zu können, ist Eltern und Lehrern nur allzu bewusst. Diese Zusammenarbeit ist Bestandteil unserer Sozialcharta und liegt allen Beteiligten am Herzen. Eine konkrete Umsetzung in der Praxis ist dennoch nicht immer einfach.

Die Idee zu einer solchen Informationsreihe, die gemeinsam von Frau Vogt, Frau Hubbig und Frau Verwey entwickelt und sodann in die Praxis umgesetzt wurde, ist hoffentlich ein Ansatz in diese Richtung.

Äußerst erfreulich war die rege Beteiligung von über fünfzig Eltern an der Auftaktveranstaltung, die Frau Hubbig durchgeführt hat.

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Das Thema Mobbing brennt vielen Eltern auf den Nägeln, der Abend hat sicher dazu beigetragen, sowohl den Begriff selbst näher zu klären als auch einen konkreten Einblick in die Arbeitsweisen zu geben, wie an unserer Schule mit diesem Problem umgegangen wird. Freiwillige „Mitspieler“ konnten so am 30.06. auch ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich Mobbingprozesse auswirken, Eltern bekamen aber auch Tipps, wie sie sich verhalten können, wenn sie den Verdacht haben, dass ihr Kind gemobbt wird oder auch aktiv andere Kinder mobbt.

Auf Erstaunen, aber auch Verständnis stieß die Darstellung des „No-Blame-Appraoches“, bei dem es nicht darum geht herauszufinden „wie alles angefangen hat“ oder „wer Schuld hat“, sondern ein schnell greifendes Instrumentarium zu benutzen, das dazu beiträgt, dass es Kindern, die Außenseiter sind, die sich nicht wohl fühlen, in ihrer Gruppe möglichst bald wieder besser geht.

Insgesamt schien der Abend bei vielen Eltern das Informationsbedürfnis zu erfüllen, weitere Lektürevorschläge wurden dankend entgegengenommen und einige Eltern baten im Anschluss um direkte Hilfe für ihre Kinder. Das hat uns Lehrern das gute Gefühl vermittelt auf dem richtigen Weg zu einer Zusammenarbeit zu sein.

Weitere Veranstaltungen zu anderen Themen sollen im Halbjahresrhythmus folgen, das nächste Thema wird dabei wahrscheinlich aus dem Bereich „Umgang mit dem Internet“ kommen.

An dieser Stelle danken wir Frau Hubbig für ihre Einführung in das Thema.

K. Scheller, M. Drüeke-Bockelmann

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