Das Schulprogramm des Pestalozzi-Gymnasium

Mit Kopf, Herz und Hand – Was hat unsere Schule heute noch mit Pestalozzi zu tun?

An Pestalozzis Gedanken knüpfen das Selbstverständnis und auch die Unterrichtspraxis unserer Schule an: Wir lehren und lernen in der Gemeinschaft, nach besten Möglichkeiten in Übereinstimmung mit individuellen Interessen und Voraussetzungen. Wir lehren und lernen das Lernen, das selbstständige Erarbei­ten und Verarbeiten von Wissen. Kenntnisse und Fertigkeiten werden im Unterricht nicht isoliert und fundamentlos ver­mittelt, sondern auf der Grundlage der Anlagen und Möglichkeiten, die in den Schülerinnen und Schülern wurzeln, die aber auch neu zu entwickeln sind.

Wie Pestalozzi haben wir uns der Aufgabe gewidmet, den Menschen, die in ihr arbeiten und lernen, durch Bildung zu einem erfüllten Leben zu verhelfen.

Pestalozzis erzieherisches Leitmotiv „Mit Kopf, Herz und Hand“ ist auch Maßstab des pädagogischen Handelns an unserer Schule, die seinen Namen trägt. Alle, die hier tätig sind, die hier leben und arbeiten, sollen und möchten „Köpfchen haben“, mit dem „Herzen bei der Sache“ sein und mit „Hand anlegen“, um zum gemeinsamen Erfolg und zur gemeinsamen Freude beizutragen.

„Kopf“ steht für: guten Unterricht, engagiertes Lehren und Lernen, Leistung, die Freude macht und Förderung, die Leistung ermöglicht.

Ja, wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler gut und Wichtiges lernen und dabei feststellen, dass Arbeit und Freude sich nicht widersprechen.

„Herz“ steht für: einen respektvollen, achtsamen Umgang, ein verlässliches Miteinander in Erfolg und Zufriedenheit, in Sorgen und Enttäuschungen; aber auch für das Interesse an der „Sache“, für die Neugier beim Entdecken neuer „Welten“.

Ja, wir möchten, dass unsere Schule ein Lebensraum ist, in dem alle ihre Fähigkeiten einbringen und entfalten können und dadurch die Schule zu unserer Schule wird.

„Hand“ steht für: für das vielfältige Handeln innerhalb und außerhalb des Unterrichts, für Projekte, Aktionen, musikalische Veranstaltungen, Theateraufführungen, Feiern und Feste, aber auch für das soziale Engagement zugunsten von Menschen, die weltweit auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Ja, wir möchten nicht nur auf „das Leben vorbereiten“, sondern, dass das Leben schon jetzt in unserer Schule „vorkommt“ und stattfindet. Wir möchten keine geschlossene Gesellschaft sein, sondern eine offene Gemeinschaft, die die Welt nicht aus dem Blick verliert und die den Menschen die Hand reicht.

Kopf, Herz und Hand als stimmiger Dreiklang unseres Schullebens, zu dem die Töne sich verbinden, bei dem kein Ton fehlt und in dem keiner den anderen übertönt.

Wir sind davon überzeugt, dass das, was in unserem Schulprogramm steht, nicht nur eine Absichtserklärung im Hinblick auf dieses Ziel, nicht nur „frommer Wunsch“ ist. In vielen Punkten können wir vielmehr auf das Erreichte stolz sein.

Unser Schulprogramm

Das Pestalozzi-Gymnasium hat ein Schulprogramm entwickelt, in dem wesentliche Ziele, Methoden und Schwerpunkte unserer Schule schriftlich festgehalten sind. Die hier angeführten Schwerpunkte sollen Entscheidungshilfen geben bei der Wahl unseres Gymnasiums als weiterführende Schule.

Grundsätzlich ist ein Schulprogramm nicht als statisches Gebilde gedacht, es muss vielmehr in seinen Schwerpunkten auf die Veränderungen eingehen, die sich z.B. in der Gesellschaft, im Bildungssystem, in der Welt der Technik und der Berufe, aber auch im privaten Umfeld und vor allem im Leben junger Menschen ergeben, es muss neuen Anforderungen stets gerecht zu werden versuchen. Das haben wir bei seiner Konzipierung in der Vergangenheit getan und werden es auch in Zukunft tun und unser Schulprogramm entsprechend weiterentwickeln.

Wichtige Schwerpunkte

  • Europa wächst zusammen, die Welt wird kleiner, wir alle bewegen uns nicht nur in den Grenzen des eigenen Landes. Dadurch erhalten die Sprachen als Mittel der Verständigung eine immer größere Bedeutung. Unsere Schule hat darauf reagiert, indem sie sich zu einem bilingualen Gymnasium weiterentwickelt hat. Dem Lernen der englischen Sprache, aber auch anderer Fremdsprachen, wird an unserer Schule besonderes Gewicht beigemessen. Das wird auch daran deutlich, dass am Pestalozzi-Gymnasium bereits in der Sekundarstufe I Auslandsaufenthalte durchgeführt werden und ein Schüleraustausch sowie ein Auslandsbetriebspraktikum stattfinden.

 

  • Schüler und Schülerinnen, die heute ein Gymnasium besuchen, streben i.d.R. das Abitur an; für die meisten schließt sich ein Studium an, einige wollen aber auch nach dem Abitur sofort einen Beruf erlernen bzw. ergreifen. Auf diese Situation hat sich unsere Schule eingestellt und bietet darum in der Jahrgangsstufe 10 ein Berufspraktikum an und hat das BOB (Berufsorientierungsbüro) eröffnet, das Schüler/innen eine umfangreiche Recherchequelle bietet, sich über Studiengänge, aber auch Berufe und Ausbildungsmög-lichkeiten gründlich zu informieren.

 

  • Eine stetig wachsende Herausforderung, der sich die Schule verstärkt stellen muss, ist die Förderung sozialer Fähigkeiten. Die jungen Menschen wachsen wie selbstverständlich in eine neue Welt der Technik hinein.Doch sind sie sensibel genug für die sozialen Probleme, die sich aus dem technischen Fortschritt ergeben?Verfügen sie über die notwendigen ethischen Haltungen, um einmal mithelfen zu können, die Probleme der Wirtschaft, der Umwelt, der Gerechtigkeit, des Friedens und des „privaten“ Lebens auf humane Weise zu lösen? Auch hier hat das Pestalozzi-Gymnasium bereits reagiert. Seit 1995 wird am 8. Mai – dem Ende des 2. Weltkrieges – ein Friedenstag durchgeführt, der das Verantwortungsbewusstsein der Schülerschaft für Frieden und Gerechtigkeit fördert. Diese pädagogische Absicht wird verbunden mit einem sozialen Engagement.

 

  • Die Einführung des Modells der Streitschlichtung unter Schüler/innen und durch Schüler/innen dient der Förderung der sozialen Kompetenz ebenso wie das Projekt „Ohne Gewalt stark“, das in jeder 8. Klasse durchgeführt wird.
    Jegliches soziale Lernen basiert natürlich auf der Sozialcharta, die Grundlage des Miteinanders von Eltern, Lehrern, Schülern, aber auch Pestro-Mitarbeiterinnen, unserer Sekretärinnen, unserem Hausmeister, den Damen, die die Übermittagbetreuung von 13.30 – 15.45 Uhr durchführen, ist.
    Auch der Umgang mit dem Computer/Internet setzt neben technischen immer stärker auch soziale Kompetenzen voraus (als Stichwort sei hier das zuneh-mende „Cybermobbing“ genannt). Hier wird z.B. durch Computer-AGs in Klasse 5, die in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner, der Herner ISAP-AG, durchgeführt werden, eine erste Sensibilisierung vorgenommen.

 

  • Im Sinne Pestalozzis – mit Kopf, Herz und Hand – soll unsere Schule alle Sinne der Kinder ansprechen. Darum wurde zum einen der Bereich Musik stark ausgebaut und neben dem bilingualen auch ein musikpädagogischer Schwerpunkt eingerichtet, der es den Kindern in Zusammenarbeit mit der Herner Musikschule ermöglicht, ein Instrument zu erlernen und unser Schulorchester (Die „Klangakrobaten“) zum Klingen zu bringen. Zum anderen ist der Bereich Theater durch die Theater-AG ein fester Bestandteil unseres künstlerischen Schullebens, in dem die schauspielerischen Talente vieler Kinder entdeckt und gefördert werden.

Neuerungen

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Schulprogramms sind darüber hinaus weitere Ideen in die Tat umgesetzt worden:

  • Die Arbeit in der Erprobungsstufe ist neu organisiert, der Kontakt zu den Grundschulen intensiviert worden. Alle Änderungen dienen dem Ziel, den neuen „Pestalozzianer/innen“ den Übergang von der Grundschule und das Eingewöhnen in die neue Umgebung zu erleichtern. Das ist nach unserer bisherigen Erfahrung auch gelungen. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 fühlen sich recht schnell sehr wohl bei uns.

 

  • Ganz besonders wichtig im Rahmen von G8 war die Einrichtung aller Facetten der Übermittagbetreuung. Neben dem Neubau unserer Mensa und damit auch eines speziellen Raumes für unsere „Betreuungskinder“, deren Betreuung täglich bis 15.45 Uhr gewährleistet ist, ist unser Anspruch, dass die Kinder in der Mittagspause nicht nur „körperlich“ gut versorgt werden – das leistet unser Pestro-Verein in der Mensa -, sondern insgesamt eine entspannende und Spaß bringende Pause machen können. Hierzu haben wir spezielle Ruhe- und Spieleräume eingerichtet, in denen gleichzeitig ältere Schülerinnen und Schüler ihr soziales Engagement als Betreuer/innen zeigen können. Aber auch die Sporthelfer/innen-Ausbildung hilft, dass spielerische Aktivitäten unter Aufsicht in der Pause möglich sind. Diese Maßnahmen haben zu einem viel intensiveren Miteinander geführt und dazu beigetragen, dass unsere Schule wirklich auch Lebensraum ist.

Diese neuen Impulse für das Schulleben stehen neben vielen bewährten und vertrauten Aktivitäten, die natürlich genauso zu unserem unverwechselbaren Programm und Profil gehören: musikalische Veranstaltungen, künstlerische Unternehmungen, sportliche Aktivitäten, gottesdienstliche Feiern, Schulfeste, Klassen- und Studienfahrten, die Skifreizeit u.v.a.m.

Alle diese Schulprogramm-Punkte gehören in unterschiedlicher Weise zum Bildungs- und Erziehungsauftrag einer Schule und dienen auch dazu, die Voraussetzungen eines erfolgreichen Unterrichts zu verbessern.

Dass auch am Pestalozzi-Gymnasium der Unterricht an erster Stelle steht, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass wir ebenfalls im Rahmen der Schulprogrammentwicklung durch Fach- und pädagogische Konferenzen bemüht waren und sind, u.a. die Unterrichtsinhalte der verschiedenen Fächer aufeinander abzustimmen, fächer-übergreifenden Unterricht zu intensivieren oder auch Projekte in verschiedenen Fächern durchzuführen. Darüber hinaus führen wir verstärkt Selbstevaluation unseres Unterrichts durch und sind bemüht, immer häufiger kooperative Lernformen, die viele Kinder bereits von den Grundschulen her kennen, in unsere Unterrichtsmethoden zu integrieren.

In unserem Unterricht und in den außerunterrichtlichen Aktivitäten wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass Ihre Kinder einmal verantwortlich die vielfältigen Heraus-forderungen ihres Lebens bestehen können.

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