Gemeinsam unerwartete Höhen erreichen – Wikos und Paten sichern sich gegenseitig bei einer Kletteraktion im Neoliet

Integration ist keine einfache Sache. Beiderseits stellt es die Menschen vor große Herausforderungen. Die Bereitschaft miteinander zu arbeiten ist sicherlich eine gute Basis, aber es bedarf einer Überwindung eigener Ängste, einer auf Sensibilität aufbauenden Zusammenarbeit und einer funktionierenden Kommunikation verbaler und nonverbaler Art.

Die iii-AG, in der wir am PG versuchen, diese Aufgabe engagiert und mit so viel Aktivität wie möglich anzugehen, und in der wir in den letzten Monaten die Grundlagen unserer Sozialcharta vermittelt haben, begab sich heute unter der Leitung von Frau Franke, Viyan Al Hessen, Frau Matz und Herrn Schmid auf den Weg in die Neoliet-Hallen, um dort gemeinsam zu klettern. Das gruppendynamische und (sport)pädagogische Programm sollte gleichermaßen eine Förderung des Vertrauensaufbaus generell als auch der Kooperation zwischen Schülerinnen und Schülern der Willkommensklasse und deren Klassenpaten dienen und entpuppte sich als großer Erfolg. Das in vielen Klassen im Zuge von Klassenfahrten oder Wandertagen bereits durchgeführte Klettern war für unsere Wikos etwas vollkommen Neues und kostete zunächst viel Überwindung. Im Verlaufe des dreistündigen Trainingsprogramms fielen die Vorbehalte jedoch schnell von den Teilnehmern ab und Skepsis wich zunehmend dem Spaß sich gegenseitig zu helfen und sich dabei eine gute Zeit zu bereiten. Wie wichtig dabei Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen ist, wurde schnell deutlich. Die betreuenden Pädagogen, die sich von dieser Aktion sowohl eine gesteigerte Motivation zur Erlernung einfacher Kommunikationsformen als auch die Unterstützung der sozialen Integration erhoffen, zeigten sich zufrieden. „Man konnte sehen, wie hier eine Partnerarbeit umgesetzt wurde, die im regulären Unterricht oftmals weitaus weniger euphorisch angegangen wird. Ein Zurückziehen war hier nicht möglich, ein Erfolg bei der Überwindung eigener Grenzen jedoch unmittelbar gegeben. Da werden Energien frei, die wir auch im Alltag nutzen können und werden“, sagte Jörg Schmid, einer der betreuenden Lehrer. „Vertrauen ist wichtig und das muss bei vielen der Menschen, die hier zu uns gekommen sind, von Grund auf hergestellt werden. Das geht nicht auf Knopfdruck. Auch die Erwartungshaltung, dass diese Menschen doch jetzt, da sie so viel Unterstützung erfahren, einfach glücklich und engagiert an die Arbeit gehen, ist nicht förderlich. Wir können einfach nur versuchen, immer wieder aufeinander zuzugehen und die Zusammenarbeit auf so vielen Ebenen wie möglich vorantreiben. Heute sichern wir uns mit Seilen, morgen beantworten wir Fragen zum Wochenplan.“ Und übermorgen? „Wir werden sehen. Zunächst müssen wir weitere Gelder beantragen, denn auch bei solchen Aktionen sollen für die Kinder und die Schule wenn möglich keine Kosten entstehen.“ So musste auch heute keiner den regulären Eintritt bezahlen. „Derzeit kooperieren wir mit der„Start-Initiative““, berichtet die Patin der Wiko-Klasse, Viyan Al Hessen. „Gute Ideen haben wir hier im iii-Team immer. Um sie zu realisieren, braucht es jedoch einige Bewerbungsschreiben, gute Kontakte, so engagierte Lehrer wie Frau Franke, Frau Matz und Herrn Schmid natürlich, und die anschließende Dokumentation unserer Arbeit muss natürlich auch sein. Aber ich mache das gern, denn es ist wichtig, sich zu engagieren. Sonst passiert nichts. Engagement provoziert Engagement und so weiter. Nur so bewegt sich etwas.“ Bewegt zeigten sich auf jeden Fall die Schülerinnen und Schüler: „Das war klasse und hat sehr viel gebracht. Man hat sich mal ganz anders erlebt. Das war eine super Sache!“

Auch im nächsten Jahr sind weitere integrationsfördernde Aktionen der iii-AG (invite-integrate-innovate) geplant. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Jörg Schmid

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