Lisa Ulbrichs „Fading Ink“, eine außerordentliche Lernleistung

Es ist ein Buch! Ein echtes und vor allem dickes Buch!

Es ist der Traum vieler Schülerinnen und Schüler: Einmal ein richtiges Buch zu schreiben, das nicht nur eine spannende Story zu bieten hat, sondern ein wundervolles Cover und hinter dem Ganzen ein ausgeklügeltes Konzept, dass sowohl den Ansprüchen an einen fesselnden Roman als auch denen postmoderner literarischer Verfahren genügt.

Kurz: 2016 ist etwas Außergewöhnliches und Herausragendes am PG entstanden: „Fading Ink“ der erste Roman von Lisa-Marie Ulbrich.

Im Rahmen der diesjährigen Außerordentlichen Lernleistung entstand das 290 Seiten starke Werk, betreut von Kunst- und Deutschlehrer Jörg Schmid. Die 15 Punkte, die das vierköpfige Gremium einstimmig für diese Arbeit vergab, gehen nun als 5. Abifach in die Note der Schülerin ein. Das PG Herne leistet damit einen besonderen Beitrag zur individuellen Förderung besonderer Begabungen.

Geplant ist nun, nachdem Lisa ihr Abitur in der Tasche hat, den Roman offiziell zu veröffentlichen, damit ihr alle in das große Abenteuer von Lana und ihren Bücher eintauchen und euch verzaubern lassen können. To be continued…

Interview mit Lisa Ulbrich

Du hast die Außerordentliche Lernleistung in Kunst angemeldet, obwohl du ja letztlich ein Buch geschrieben hast – Warum nicht in dem naheliegenden Fach Deutsch?

Lisa: Ja, meistens verbindet man mit Büchern das Fach Deutsch, jedoch schreibt man im Deutschunterricht keine eigenen Bücher, sondern analysiert nur Werke von anderen Autoren wie Kafka oder Schiller. Daher war der Werkprozess einen Roman zu erschaffen für mich eher immer künstlerisch. Natürlich hat es dabei nicht geschadet, dass ich im Deutsch-LK bin.

Wie bist du auf die Idee gekommen ein Buch zu schreiben

Lisa: Schon seit ich in der Grundschule war, habe ich geschrieben, aber da waren es meistens eher Kurzgeschichten. Und da ich wie Lana eine Bücherfanatikerin bin, habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn ich Kontakt zu Figuren aus meinen Lieblingsbüchern hätte. Die Briefe, die ich z.B. Will geschrieben hätte, wollte ich als meine Arbeit für den Projektkurs Kunst, den ich gewählt hatte, vorstellen. Im Gespräch mit Herrn Schmid, der den Kurs geleitet hat, sind wir dann zusammen auf die Idee gekommen, wie es wäre eine Figur verblassen zu lassen und haben sofort gemerkt, dass wir solch ein Projekt nicht innerhalb der kurzen Zeit des Projektkurses mehr auf die Beine stellen können. Also habe ich mich für die besondere Lernleistung – oder auch fünftes Abiturfach genannt -, angemeldet.

 

Worum geht es in Fading Ink?

In Fading Ink geht es um ein Mädchen namens Lana, die total in Bücher vernarrt ist und durch Roman, den sie zufällig kennenlernt, in ein Geheimnis eingeweiht wird, dass ihr ganzes Leben verändert. Sie kann durch Briefe mit allen möglichen Figuren aus Büchern in Kontakt treten, doch am Ende stellt sich nun mal heraus, was für Folgen es für sie hat, sich mit dieser Parallelwelt auseinander zu setzen. Ich will jetzt aber nicht zu sehr spoilern, ihr sollt ja selber lesen.

Welche Figur liegt dir am meisten am Herzen und haben dich auch Personen aus deinem Umfeld zu ihnen inspiriert?

Lisa: Obwohl Lana die Hauptperson ist, mag ich Sam, ihren bester Freund, am meisten. Er hat zwar überhaupt nichts mit Büchern am Hut, dennoch ist er einfach immer für Lana da und versteht sie trotzdem. Ja, auf jeden Fall haben mich viele Personen aus meinem Umfeld inspiriert, das kann vielleicht auch der Grund sein, warum ich Sam so gut leiden kann (lacht). Es steckt aber auch viel von mir darin, also gleicht sich das mit ihnen wieder aus.

 

Warum hast du Fading Ink in zwei Teile geteilt und welchen magst du lieber?

Lisa: Die Zweiteilung soll den Glückswechsel von Lana verdeutlichen und somit auch den Abfall der Handlung ins Negative. Aber ich möchte nicht zu viel verraten (lacht). Persönlich mag ich auch den zweiten Teil mehr, da es einfach mehr Spaß gemacht hat ihn zu schreiben und alles auch zu dramatisieren. Für mich war der erste Teil quasi nur eine Einleitung, so dass der Leser alle Figuren nun danach einigermaßen kennt und den Schauplatz. Danach passiert erst das wirklich Wichtige, Interessante meiner Meinung nach.

 

Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?

Lisa: Ich meine ich habe letztes Jahr irgendwann im Juni oder Juli angefangen die ersten Texte zu schreiben, also fast ein Jahr habe ich mit diesem Buch verbracht. Aber ich musste nebenbei ja auch noch mein Abitur machen, was manchmal nicht ganz leicht war.

 

Hast du auch noch weitere Bücher in Planung?

Lisa: Im Moment nicht, da ich immer noch an Fading Ink feile und ich mich damit bei Herbert anmelden und es auch vielleicht zu einigen Verlagen schicken möchte. Also ist dieses Projekt noch nicht ganz abgeschlossen. Aber danach werde ich auf jeden Fall weiter schreiben.

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